Autor - Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang – besonders alles, was rollt, fährt oder saust, übt eine große Faszination auf sie aus. Fahrende Spielgeräte wie Bobbycars, Laufräder und Fahrräder sind aber nicht nur spannend, sondern unterstützen die motorische Entwicklung auf spielerische Weise. Entscheidend ist jedoch, dass jedes Kind ein Fahrzeug nutzt, das zu seinem Entwicklungsstand passt.

Fahrzeuge, die Kinder wirklich weiterbringen – und wie sie im Alltag eingesetzt werden können

1. Bobbycar: Erste Erfahrungen mit Rollen

Schon die Kleinsten können auf einem Bobbycar lernen, sich durch Abstoßen fortzubewegen.
Praxisbeispiel:
Stellen Sie Ihr Kind in einer kleinen, sicheren Indoor-Fläche auf das Bobbycar. Lassen Sie es zunächst nur sitzen und die Füße am Boden abrollen. Viele Kinder entwickeln schnell Freude daran, kleine „Rennen“ durch den Flur zu fahren.

2. Dreirad: Pedale treten lernen

Sobald Kinder kräftig genug sind, können sie auf einem Dreirad das Treten üben.
Praxisbeispiel:
Ein Dreirad-Parcours auf dem Spielplatz – z. B. kleine Linien zum Nachfahren – macht das Treten und Lenken spannend und motiviert zum Dranbleiben.

3. Roller: Gleichgewicht und Geschwindigkeit erleben

Ein Roller fordert Kinder heraus, ihr Gleichgewicht zu halten – ideal, bevor sie ein Laufrad nutzen.
Praxisbeispiel:
Starten Sie auf geraden Wegen im Park. Wenn das gut klappt, können leichte Kurven oder das Bremsen vor einem „Stoppschild“ (Kreidezeichen) hinzukommen.

4. Laufrad: Die perfekte Vorbereitung aufs Fahrradfahren

Das Laufrad ist ideal, um das Gleichgewicht in Bewegung zu trainieren.
Praxisbeispiel:
Bauen Sie kleine Aufgaben ein, etwa durch schmale Wege zu fahren oder an markierten Punkten anzuhalten. Diese Übungen stärken Reaktion und Fokus. Ein Bremsassistent kann beim Lernen von Regeln unterstützen, wenn Eltern den Grund altersgerecht erklären, wenn sie diesen betätigt haben.

 5. Fahrrad als Spielgerät: Erst üben, dann fahren

Viele Vierjährige besitzen ein Fahrrad – motorisch ist das richtige Fahrradfahren aber oft erst etwas später möglich.
Praxis-Tipp:
Lassen Sie Stützräder weg. Kinder, die Laufrad fahren konnten, lernen meist in kurzer Zeit Fahrradfahren, da sie das Gleichgewicht bereits beherrschen.

6. Fahrrad im Straßenverkehr: Erst wenn Kinder bereit sind

Im offenen Straßenverkehr braucht es kognitive Fähigkeiten – Geschwindigkeiten einschätzen, mehrere Dinge gleichzeitig wahrnehmen, vorausschauend denken. Das gelingt erst etwa ab 9 Jahren.

Gemeinsames Fahren bringt Kinder dazu, Rücksicht zu üben: „Wer fährt zuerst?“, „Wo müssen wir anhalten?“ oder „Wer passt auf die Kleineren auf?“ – wichtige Bausteine für soziale Kompetenz und späteres Verhalten im Verkehr. 

Fazit

Fahrzeuge unterstützen Kinder dabei, wichtige motorische Fähigkeiten aufzubauen – vom Gleichgewicht bis zur Reaktionsfähigkeit. Wichtig ist, kindgerecht zu starten und den Schwierigkeitsgrad Schritt für Schritt zu steigern. So gewinnen Kinder Sicherheit, Selbstvertrauen und Freude am Fahren.

Eltern, Erzieherinnen und Erzieher können mit einfachen Übungen, kleinen Parcours und viel Geduld dazu beitragen, dass Kinder sich sicher bewegen – ob auf dem Spielgerät, dem Roller oder später im Straßenverkehr.

 

Andreas Kalbitz

Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Über die BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V.:

Die BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. ist das nationale Fachnetzwerk zur Verhütung von Kinderunfällen. Als gemeinnütziger Verein rücken wir seit 2002 das Thema Kinderunfälle ins öffentliche Bewusstsein und verfolgen das Ziel, die hohe Zahl unfallbedingter Verletzungen in Deutschland zu reduzieren. Mit unseren Mitgliedern, Förderern und Kooperationspartnern setzen wir uns dafür ein, sichere Lebenswelten für Kinder zu schaffen. Dabei unterstützen uns Bundes- und Landesministerien sowie Behörden, Unfallkassen und Unternehmen.

Weitere Informationen unter www.kindersicherheit.de

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